Völkerfreundschaft e.V.
Sport & Kultur

Alexander-Schmorell-Gedenkturnier Karate-Kumite-Turnier

Im Gedenken an Alexander Schmorell und der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ wollen die Deutsche Traditionelle Shotokan Karate Föderation (DTSKF) und der Verein für Völkerfreundschaft ein sportliches Zeichen gegen menschenverachtende Gesellschaftsformen setzen und dieses Gedenkturnier ins Leben rufen.

Das 1. Hl. Alexander-Schmorell-Gedenkturnier findetam Samstag, den 18. Mai 2019, in der Sporthalle, Siemens–Gymnasium, Allee der Kosmonauten 134, 12683 Berlin-Marzahn, um 10:00 Uhr statt.

Zusammen mit den Geschwistern Scholl und Willi Graf schrieb Alexander Schmorell Parolen wie „Nieder mit Hitler! Freiheit!“ an die Häuserwände in München. Am 19. April 1943 wurde er zum Tode verurteilt und am 13. Juli 1943 im Alter von nur 25 Jahren hingerichtet.

Sein Mut und seine Entschlossenheit, sich gegen die menschenverachtende Nazi-Diktatur zur Wehr zu setzen, wird uns stets eine Mahnung bleiben.

Mit diesem Gedenkturnier wollen die DTSKF und der Verein für Völkerfreundschaft zugleich an den Widerstandskämpfer und Neumärtyrer Alexander Schmorell, auch heiliger „Alexander von München“ genannt, erinnern. Eine der bekanntesten Widerstandsgruppen in der Zeit des II. Weltkrieges war „Die Weiße Rose“, deren Kern eine Gruppe Münchner Studenten und ein Professor bildeten. Dieser Freundeskreis umfasste die Studenten Alexander Schmorell, Hans Scholl und seine Schwester Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und den Professor Kurt Huber. Zusammen mit ihnen schrieb er zahlreiche Flugblätter und auch Parolen an die Häuserwände in München.

Alexander Schmorell, geboren am 16. September 1917 in Orenburg in Russland als Sohn einer deutschen Arztes, aufgewachsen in wohlhabenden Gegenden in München, war hin- und hergerissen zwischen seiner deutschen und seiner russischen Herkunft. Er wurde im Russisch-Orthodoxen Glauben erzogen, ein Zugeständnis an die Religion seiner verstorbenen Mutter. Seine Hobbies waren die Kunst, die er so liebte, sowie verschiedene Sportarten, wie Kampfsport, Reiten und Skilaufen.

Als Medizinstudent hat Alexander Schmorell die Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl im Herbst 1940 an der Münchner Universität kennenlernt. In den Monaten Juni und Juli 1942 verbreitete die „Weiße Rose“ ihre ersten vier Flugblätter und schickten diese an ausgesuchte Münchner Adressen. Sie riefen in ihren Flugblättern zum passiven Widerstand gegen den Krieg auf. Wie aus den Flugblättern hervorgeht, protestierten sie am meisten gegen die Unterdrückung der Freiheit, die Behandlung der Juden, die Primitivität der Personen, die im Zuge der NS-Herrschaft in bedeutende Positionen gelangt waren sowie über die brutale Kriegsführung der NS-Herrschaft. Die Studenten waren durch christliche und liberale Elternhäuser sowie die Jugendbewegungen der Weimarer Republik geprägt.

Es geht uns um wahre Wissenschaft und echte Geistesfreiheit! Kein Drehmittel kann uns schrecken, auch nicht die Schließung unserer Hochschulen. Es gilt den Kampf jedes einzelnen von uns um unsere Zukunft, unsere Freiheit und Ehre in einem seiner sittlichen Verantwortung bewussten Staatswesen. Freiheit und Ehre!“

Gegen Ende November 1942 reiste Alexander Schmorell durch Vermittlung einer Freundin zusammen mit Hans Scholl um Verbindung mit Widerstandskreisen in Berlin aufzunehmen. Im Dezember 1942 suchte er mit Hans Scholl den Kontakt zu Kurt Huber. Gemeinsam verfassten sie im Januar 1943 das 5. Flugblatt „Aufruf an alle Deutschen!“, das Alexander Schmorell dann in österreichischen Städten verteilte. Nach der Verhaftung und Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl versuchte Alexander Schmorell über die hohen Berge in die Schweiz zu fliehen, was aber nicht gelang. Am 24. Februar 1943 floh er in einen Luftschutzkeller in München, wobei ihn eine ehemalige Freundin erkannte, denunzierte und an die Nazis auslieferte. Er wurde sofort verhaftet. Am 13. Juli 1943 war das Datum für die Hinrichtungen von Alexander Schmorell und Kurt Huber. An jenem Tag wurde Alexander erlaubt, seinen Eltern einen Abschiedsbrief zu schreiben, in dem er seinen Widerstand und seinen starken Glauben bezeugte. An jenem Nachmittag kam der Anwalt zu Alexander, um ihn in seiner letzten Stunde beizustehen. Doch Alexander war ruhig und zuversichtlich.

„Denn ich bin jetzt überzeugt“, sagte Alexander Schmorell dem bestürzten Anwalt , „dass mein Leben, so früh es auch erscheinen mag, in dieser Stunde beendet sein muss, da ich durch meine Tat meine Lebensaufgabe erfüllt habe. Ich wüsste nicht, was ich noch auf dieser Welt zu tun hätte, auch wenn man mich jetzt entlassen würde.“

Am 13. Juli 1943 wurde Alexander Schmorell zusammen mit Kurt Huber durch die Nazi-Diktatur hingerichtet. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof in München am Perlacher Forst beigesetzt.

Am 4. Februar 2012 wurde Alexander Schmorell wegen seines starken christlichen Glaubens von der Russisch-Orthodoxen-Kirche Russland heilig gesprochen. Der Tod des Märtyrers enthält stets die Liebe zu Christus als auch die Entlarvung der Bosheit des Bösen und der Lügen in dieser Welt und den Widerstand gegen menschenverachtende Gesellschaftsformen. Am 15. Oktober 2017 fand im Russisch-Orthodoxen-Kloster in Götschendorf, die Namensweihe und Segnung des Vereins für Völkerfreundschaft statt. Fortan tragen wir, der Verein für Völkerfreundschaft e. V., den Namen „Heiliger Alexander Schmorell“, eines Mitglieds der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Es empfing uns dazu der Prior des Russisch-Orthodoxen-Klosters zum „Heiliger Georg” Vater Daniil Irbits. Es war ein wichtiges Ereignis, denn an diesem Tage wurde die erste Taufe eine Sportlerin durchgeführt.

Dieses Gedenkturnier symbolisiert auch die Einigkeit zwischen den deutschen, russischen und weltweiten Sportfreundinnen und Sportfreunden sowie des Widerstands der „Weißen Rose“ gegen menschenverachtende Gesellschaftsformen und Ungerechtigkeiten weiter fortzuführen.

„Ihr Geist lebt weiter!“

Verein für Völkerfreundschaft e.V. & DTSKF e.V.

Ausschreibung: 1. Heiliger Alexander Schmorell Gedenk-Kumite-Cup

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