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Der GEFANGENE sagt NEIN zu BIG BROTHER

John Pilger rief am 4. März 2019 auf einer Kundgebung seine Landsleute, wie einst George Orwell auf, sich für die Freiheit des mehrfach “ausgezeichneten Australiers“, Julian Assange, dem Gründer und Herausgeber von WikiLeaks einzusetzen und für den “realen Journalismus als exotische Art” von heute einzutreten.

John Pilger und Julian Assange in London 2012.

Wenn ich Julian Assange besuche, treffen wir uns in einem Raum, den er zu gut kennt. Es gibt einen blanken Tisch und Bilder von Ecuador an den Wänden. Es steht dort ein Regal, wo die Bücher nie geändert werden. Die Vorhänge sind immer zugezogen und es gibt kein natürliches Licht. Die Luft steht still und ist stinkend.

Dies ist Zimmer 101 — gezeichnet von Julian Assange

Dies ist Zimmer 101.

Bevor ich Zimmer 101 betrete, muss ich meinen Reisepass und Telefon abgeben. Meine Taschen und Besitztümer werden untersucht. Das Essen, welches ich mitbringe, wird geprüft.

Der Mann, der den Raum 101 beschützt, sitzt in etwas, was aussieht wie eine altmodische Telefonzelle. Er beobachtet einen Bildschirm und beobachtet Julian. Es gibt noch andere Unsichtbare, Agenten des Staates, die zusehen und zuhören.

Kameras sind überall im Zimmer 101. Um sie zu meiden, manövriert uns Julian beide in eine Ecke, Seite an Seite und flach an der Wand stehend. Dies ist die einzige Möglichkeit, wie wir es aufholen, frei zu kommunizieren: flüsternd und auf einem Notizblock schreibend miteinander, die ihn vor den Kameras beschützen. Manchmal lachen wir.

Ich habe mein vorgeschriebenes Zeitfenster einzuhalten. Wenn dies abgelaufen ist, öffnen sie die Tür in den Raum 101 stoßend auf und der Wächter sagt: “Zeit ist abgelaufen!” Am Silvesterabend durfte ich zusätzlich 30 Minuten länger bleiben und der Mann in der Telefonzelle wünschte mir ein frohes neues Jahr, aber nicht Julian.

Gewiss, ist Raum 101, der Raum im prophetischen Roman Orwells, 1984, wo die Gedankenpolizei alles beobachtet und ihre Gefangenen quält, und noch schlimmeres, bis die Menschen ihre Menschlichkeit und Prinzipien übergeben und Big Brother gehorchen.

Julian Assange wird Big Brother nie gehorchen! Seine Widerstandsfähigkeit und sein Mut sind erstaunlich stark, obwohl er sogar um seine körperliche Gesundheit kämpft, um sie zu halten.

Julian ist ein mehrfach ausgezeichneter Australier, der viele Menschen in ihrer Denkweise geändert hat, die wie die doppelzüngigen Politiker der Regierungen gedacht haben. Deswegen ist er ein politischer Flüchtling, den wie die Vereinten Nationen seine Situation als “willkürliche Festnahme” bezeichnet.

Die UNO sagt er hat das Recht auf freie Ausreise zur Freiheit, aber dies wird ihm verweigert. Er hat das Recht auf medizinische Behandlungen ohne Angst davor zuhaben, verhaftet zu werden, aber dies wird ihm verweigert. Er hat das Recht auf Entschädigung, aber dies wird ihm verweigert.

Julian Assange auf dem Balkon der Ecuadorianischen Botschaft in London. Die UN Vereinten Nationen haben die Lebenssituation von Julian Assange als “willkürliche Festnahme” bezeichnet und fordern seine sofortige Freilassung!

Als Gründer und Herausgeber von WikiLeaks ist es sein Verbrechen, Licht in das Dunkle zubringen und dies aufzuzeigen. WikiLeaks hat mit einer tadellosen Genauigkeit und Authentizität diese kriminellen Machenschaften der Regierungen aufgezeichnet, welche keine Zeitung, kein TV-Sender, kein Radiosender, keine BBC, keine New York Times, keine Washington Post, kein Guardian es je gleich getan hatten. In der Tat, es ist beschämend für diese (Mainstream- Medien).

Das erklärt, warum er bestraft wird?

Zum Beispiel:

Letzte Woche entschied der Internationale Gerichtshof, dass die britische Regierung keine rechtlichen Befugnisse über die Chagos Insulaner, die in den 1960er und 70er Jahren im geheimen aus ihrer Heimat auf Diego Garcia im Indischen Ozean vertrieben wurden und ins Exil und in die Armut geschickt wurden. Unzählige Kinder starben, viele davon aus Traurigkeit. Es war eine epische Verbrechen, worüber nur Wenige Bescheid wussten.

Vor fast 50 Jahren haben die Briten diesen Inselbewohnern das Recht auf eine Rückkehr in ihre Heimat verweigert und haben diese Insel den US-Amerikanern für die Nutzung einer großen Militärbasis übergegeben.

Im Jahr 2009 hat das britische Auswärtige Amt sich dies als “Meeresschutzgebiet” rund um den Chagos-Archipel ausgewiesen.

Diese rührende Sorge um die Umwelt, ist ein Betrug gewesen, welches die Internetplattform WikiLeaks veröffentlicht hat. Diese im Geheimen gehaltenen Dokumente (Cable) der britischen Regierung belegen, dass die US-Amerikaner beruhigt werden sollten, dass “die früheren Bewohner des Insel es schwierig finden, und es nicht sogar als Unmöglich bezeichnen, und weiterhin auf ihren Anspruch auf eine Rücksiedlung auf die Inseln verzichten, wenn dieser gesamte Chagos-Archipel nun ein Meeresschutzgebiet ist.”

Die Wahrheit der Verschwörung beeinflusst deutlich die folgenschwere Entscheidung des internationalen Gerichtshofs.

How Britain forcefully depopulated a whole archipelago

https://www.aljazeera.com/indepth/opinion/britain-forcefully-depopulated-archipelago-190225082624527.html

WikiLeaks hat auch gezeigt, wie die USA ihre Verbündeten ausspioniert; wie die CIA alles über dein I-Phone beobachten können; wie die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, Unsummen von Geldern von der Wall Street für geheime Absprachen angenommen hat, um die Banker zu beruhigen, das wenn sie gewählt werden würde, sie ihre Freunde sein würde.

Im Jahr 2016 hat WikiLeaks eine direkte Verbindung zwischen Clinton und dem organisierten Dschihadismus im Nahen Osten offenbart. Eine E-Mail zeigt auf, das sie als Außenministerin gewusst hat, dass Saudi-Arabien und Katar den islamischen Staat (IS) finanzieren und sie doch hohe Spendensummen für ihre Wahlstiftung von beiden Regierungen annahm.

Sie genehmigte den weltweit größten, jemals stattgefundenen Waffenverkauf an ihre saudischen Wohltäter, deren Armee, derzeit diese Waffen gegen die betroffene Zivilbevölkerung im benachbarten Jemen verwenden.

Das erklärt, warum er bestraft wird.

WikiLeaks hat mehr als 800.000 Geheimakten aus Russland, einschließlich des Kremls enthüllt, die uns mehr über die Machenschaften und Korruption in diesem Land verraten, als die fadenscheinige Hysterie der „Russia Gate Pantomime“, die in Washington veröffentlicht wurde. (Die Behauptung, dass der Kreml im Wahlkampf 2016 Clinton ausspioniert haben soll, so dass letztendlich Trump die Wahl gewonnen hat.)

Das ist realer Journalismus — jetzt als Journalismus einer exotischen Art, der die Antithese des Vichy Journalismus darstellt, welcher als Feind des Volkes spricht, wie es unter der Vichy-Regierung gewesen ist, als Frankreich unter der Nazi-Diktatur besetzt war. Vichy-Journalismus ist Zensur durch weglassen!

Wie die Zensur durch weglassen in dem unsäglichen Skandal der Kollusion zwischen der australischen Regierung und den Vereinigten Staaten, um Julian Assange’s Rechte als australischer Staatsbürger zu verweigern und ihn zum Schweigen zu bringen.

Im Jahr 2010 ist die damalige Premierministerin Julia Gillard so weit gegangen, die australische Bundespolizei (AFP) zu beauftragen, den Fall von Assange zu untersuchen und hoffentlich Assange zu ahnden, um WikiLeaks einstellen zu können — bis sie von der AFP informiert wurde, dass kein Verbrechen begangen worden sei.

Zum 10. März 2019 veröffentlichte der Sydney Morning Herald eine großzügige Ausgabe im Feuilleton zur Förderung der “Me Too” Veranstaltungsfeier am Sydneyer Opernhaus.

Unter den führenden Prominenten ist die vor kurzem pensionierte Ministerin für auswärtige Angelegenheiten, Julie Bishop gewesen.

Bishop wurde auf dieser Veranstaltung und in den lokalen Medien in letzter Zeit, als ein Verlust für die Politik gehuldigt: eine “Ikone”, rief jemand ihr zur Bewunderung zu.

Die Aufstieg zur Berühmtheit des Feminismus gelang ihr auf eine so politisch primitive Weise als Bischof uns verriet, dass die sogenannte Identitätspolitik im wesentlichen zerrüttet sei, die objektive Wahrheit unterlaufen sei, aber worauf es ankommt, ist nicht ihr Geschlecht, sondern der Klasse, der sie diene.

Bevor sie in die Politik eintrat, war Julie Bishop eine Rechtsanwältin, die den hartnäckigen Asbest-Bergmann James Hardie vertrat, der für die Schadenersatzansprüche der Männer und ihre Familien kämpfte, die am schrecklichen Kohlenstaub-Lungenkrebs starben.

Rechtsanwalt Peter Gordon, erinnert sich an Bischof “rhetorisch beeindruckend an das Gericht fragend, warum die Arbeitnehmer auf ihren Anspruch warten müssen bis sie gestorben sind.“ Bischof sagt, sie „agierte auf Anweisung… professionell und ethisch”.

Vielleicht hat sie auch nur “auf Anweisung gehandelt“, als sie nach London und Washington letztes Jahr mit ihrer ministeriellen Stabschef geflogen ist, die mitgeteilt hatten, dass die australische Außenministerin sich für Julians Fall erhöht einsetzen würde und hoffentlich den diplomatischen Prozess in Gang setzen werden, ihn nach Hause zu bringen.

Julians Vater hat einen bewegenden Brief an den damaligen Premierminister Malcolm Turnbull geschrieben und die Regierung gefragt, ob diese auf diplomatischer Ebene eingreifen könnte, um seinen Sohn zu befreien. Er teilte Turnbull mit, dass er besorgt sei, dass Julian möglicherweise nicht lebend die Botschaft verlassen würde.

Julie Bishop hatte jede Gelegenheit im Britischen Vereinigten Königreich und in den USA genutzt, um eine diplomatische Lösung zu präsentieren, die Julian nach Hause bringen würde. Aber dies verlangt den Mut einer stolzer, ein souveräner, unabhängiger Staat zu sein, und kein Vasall zu repräsentieren.

Stattdessen machte sie keinen Versuch, den britische Außenminister, Jeremy Hunt, zu widersprechen, als er unverschämt sagte, dass Julian “schwere Anschuldigungen konfrontiert” sei. Was für Anschuldigungen? Es gab keine Anschuldigungen.

Australiens Außenministerin hat ihre Pflichten unterlassen, sich für einen australischen Staatsbürger einzusetzen, der wegen nichts verfolgt, der wegen nichts angeklagt, der wegen nichts schuldig ist.

Sollen die Feministinnen, die im Opernhaus von Sidney unter ihrer „falschen Ikone“ sich feiern lassen, an ihre Rolle erinnert werden, dass sie mit diesen ausländischen Kräften zusammengearbeiteten haben, um einen australischen Journalisten zu bestrafen, deren Arbeit aufgezeigt hat, dass der räuberische Militarismus Millionen von gewöhnlichen Frauen das Leben zerstört hat. Allein im Irak hinterließ, der von den USA angeführte Kriegsinvasion an deren Seite auch Australien beteiligt war, diesem Land 700.000 Witwen.

Was kann man also machen? Eine australische Regierung, die bereit war, sich für eine öffentliche Kampagne zur Rettung des Flüchtlings und Fußballspielers Hakeem Al-Araibi vor Folter und Verfolgung aus dem Bahrain einzusetzen und ihn zu retten, ist in der Lage, Julian Assange nach Hause zu bringen.

Die Weigerung des US-Außenministeriums in Canberra, die Erklärung der Vereinten Nationen zu respektieren, dass Julian “willkürliche Inhaftierung” zum Opfer erklärt, und er ein Grundrecht auf seine Freiheit hat, ist ein beschämender Verstoß gegen den Geist des Völkerrechts.

Warum hat die australische Regierung keinen ernsthaften Versuche unternommen, Assange zu befreien? Warum beugte sich Julie Bishop vor zwei ausländischen Mächten? Warum wird diese Demokratie durch ihre unterhaltsamen Beziehungen und mit gesetzloser, fremder Macht integriert?

Die Verfolgung von Julian Assange ist die Unterwerfung von uns allen: unserer Unabhängigkeit, unserer Selbstachtung, unseres Intellekts, unseres Mitgefühls, unserer Politik, unserer Kultur!

Also hört auf zu schwindeln! Organisiert Euch! Insistiert! Besteht auf darauf! Handelt direkt! Seid mutig und bleibt tapfer! Bleibt dran! Seid laut! Trotzt der Gedankenpolizei!

Krieg ist kein Frieden, Freiheit ist keine Sklaverei, Ignoranz ist keine Stärke. Wenn Julian sich gegen Big Brother behaupten kann, könnt ihr das auch tun!

Original von John Pilger

THE PRISONER SAYS NO TO BIG BROTHER
THE PRISONER SAYS NO TO BIG BROTHER
4 March 2019 John Pilger invokes George Orwell in calling on his compatriots to stand up for the freedom of ‘a…johnpilger.com

http://johnpilger.com/articles/the-prisoner-says-no-to-big-brother

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