Völkerfreundschaft e.V.
Reiseberichte

Wir fahren nach Jerusalem, und wer kommt mit?

Bericht zum Ausflug ins Heilige Land in der Zeit vom 04.12.-09.12.2018

Zu einem kombinierten Ausflug ins Heilige Land folgten einige Müggelheimer, so Familie Oyss und Familie Bock. Da Michael Bock auf Grund seiner sportlichen Aktivitäten mehrmals im heiligen Land weilte, erhielt er im Jahr 2018 Begleitung. Insgesamt waren wir sechs Personen. Unsere Ankunft in Tel Aviv war störungsfrei und pünktlich, so konnten wir direkt mit dem nächsten besten Bus nach Jerusalem weiterfahren. Wir quartierten uns im Hotel Caesar ein, unweit der historischen Altstadt von Jerusalem. Dann machten wir uns auch gleich auf, an die historischen Punkte und Stationen die Jesus von Nazareth zu pilgern und die Altstadt in einem sportlichen Dauerlauf die vielen Treppen zu durchqueren, da es schon etwas dämmerte. So gingen wir einem Teil der Via Dolorosa entlang am Verurteilungsort, unter dem Amtszimmer von Pontius Pilatus vorbei, bis wir schließlich bis zur Grabeskirche (Holy Church) gelangten, an deren überlieferten Stelle die Kreuzigung und das Grab Jesu steht. Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums, da sich das Heilige Grab im Inneren befindet, welches wir besichtigten. Vorbei ziehend an den Basarständen der muslimischen Händler zogen wir in den Gassen Jerusalems in Richtung Klagemauer. Nach einer Taschenkontrolle wie sonst nur am Flughafen üblich, gelangten wir in der gleichen Stadt in den jüdischen Teil und stiegen immer höhere Treppen hinauf. Von diesem hohen Aussichtspunkt hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Klagemauer, die heiligste Stätte der Juden bis hinüber zum Felsendom, eine der heiligsten Stätten der Muslime und ihrer goldenen Kuppel.

Auf dem Salzwasser im Toten Meer liegend, erholten wir uns am nächsten Tag ein paar Stunden im Sonnenschein und fuhren im Bus entlang an der berühmten jüdischen Burg Masada, die von den Römer belagert wurde und den heiligen Ruinen von Qumran in der Wüste. Am Nachmittag ging es zurück nach Jerusalem, es standen noch einige kulturelle Punkte – teils im sportlichen Dauerlauf – auf dem Programm. So gingen wir zum Grab der heiligen Jungfrau Maria, zur russischen Kirche der Zarenfamilie “Alexander Newski” und einem katholischen Franziskaner Kloster. Wir zogen vom Löwen-Tor, vorbei am Felsendom mit den Rufen des Imans, vorbei mit traurigem Gesicht an dem Gefängnis von Jesus, weiter in das christlich-armenische Viertel, bis hin in zum jüdischen Jaffartor, an welchem das jüdische Lichterfest Chanukka mit vielen musikalischen Darbietungen und Tänzern gefeiert wurde. Das Lichterfest soll an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem (164 v. Chr.) erinnern.

Am nächsten Tag stand ein sehr ernsthaftes Thema auf dem Programm, die Besichtigung des großen Holocaust Museums “Yad Vashem”, die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und diese in der Halle der Namen wissenschaftlich dokumentiert. Der Neubau des Museums ist vom Architekten Mosche Safdie im März 2005 eröffnet worden, es ist der gleiche Architekt, der auch das Gebäude des Jüdischen Museums in Berlin errichten lies. In der “Halle der Erinnerung” in Jerusalem ist eine Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust aufgestellt. Davor befindet sich eine Steinplatte, unter welcher Asche aus den Konzentrationslagern begraben ist. In der Halle sind die Namen der 22 größten Konzentrationslager in den Boden graviert, die exemplarisch für alle Orte der Vernichtung stehen. Die Besichtigung versetzte uns in Sprachlosigkeit und tiefste Traurigkeit. Wir hatten irgendwie im Anschluss untereinander keinen Gesprächsstoff.

Den Nachmittag nutzen wir zur Weiterfahrt zum größten Seehafen Israels, der Hafenstadt Haifa, wo uns ein internationales Sportseminar mit dem Karate-Großmeister Okazaki erwartete. Hier reservierten wir uns im Hotel Marom von Haifa ein. Neben Juden, Christen, Drusen und Muslimen gibt es in Haifa eine weitere große Glaubensgemeinschaft, der Bahai. Den Freitag, an dem es sehr regnete, nutzte ein Teil unserer Gruppe für eine Stadtbesichtigung und die anderen für das internationale Karate-Trainingssportseminar. Zusammen haben wir die hängenden, botanischen Gärten der Bahai, das deutsche Viertel mit Weihnachtsbaum und eine alte historische römisch-katholische Kirche besichtigt.

Im Karate-Trainingsseminar in Haifa mit dem japanischen Karate-Großmeister Hiroyoshi Okazaki (9. Dan)  nahmen über einhundertfünfzig israelische Sportler unter der Schirmherrschaft von Sensei Odet Friedman (8. Dan), russische Sportler mit Sensei Andrej Dormenko (8. Dan) und unsere deutschen Delegation unter Leitung von Sensei Michael Bock (7. Dan), sowie weitere ausländische Teams teil. Am ersten Trainingstag war der Hauptinhalt die Karateform Kata Bassai-Dai und Tekki 2. An den nächsten Trainingstagen lagen die Kata Chinte, sowie verschiedene Zweikampf-Kombinationen für die Braun- und Schwarzgurte auf dem Trainingsprogramm. Im Anschluss an das internationale Seminar wurden am Samstagabend viele Bilder gemacht, die Karate-Meisterprüfungen ausgewertet und Verleihungen vorgenommen. Die Delegationsleiter auswertiger Länder wurden geehrt, genau wie Karateveteranen aus Israel. Es kam sogar der japanische Botschafter in Israel, um eine Ansprache zu halten und eine besondere Ehrung an Shihan Hiroyoshi Okazaki (9. Dan) verleihen zu können.

Der nächste Reisetag führte uns auf die Spuren der alten Kreuzfahrer nach Akko bzw. Akkon. Im Mittelalter war Akkon der strategisch wichtigste Hafen für die Kreuzfahrer. Während der Belagerung Akkons gründeten im Jahr 1190 Kaufleute aus Lübeck und Bremen den Deutschen Ritter Orden als Hospitalgeschichte. Die Geschichte und Bauten dieser Stadt sind unerschöpflich interessant, besonders die unterirdischen Tunnel der Kreuzritter sowie das Refektorium des Benediktinerordens.

Am Abend hatten wir noch ein nettes Beisammensein mit israelischen Freunden und am nächsten Tag ging es auch schon zurück nach Tel Aviv zum Flughafen. Hier schlossen wir unsere Taschen ein und fuhren nach Jaffar, dem südlichsten und ältesten Teil von Tel Aviv. Während sich hier früher eine biblische Geschichte nach der anderen abgespielt hat, ist die Altstadt heute fast schon ein Hipster Treff geworden. Leckeres Essen, Kunstgalerien und die schönste Straßenmusik, sogar ein Weihnachtsbaum, sind in dieser Altstadt zu finden. Nach einer kurzen Besichtigungstour fuhren wir zum Flughafen zurück und stiegen nach einer intensiven Befragung durch den israelischen Zoll in den Flieger nach Berlin. Halleluja. Es war eine kurze, intensive, aber sehr schöne Reise.

Wir wünschen allen Müggelheimern ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!

Michael & Sabine Bock

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