Besuch der Heldenstadt Minsk im Juli 2017

Reisebericht der Delegation „Völkerfreundschaft e.V.“ in der Zeit vom 1. bis 5. Juli 2017 in die „Heldenstadt Minsk“

Die Freude und unsere Vorbereitungen waren wieder groß darauf, dass eine Delegation unseres Vereins für Völkerfreundschaft e.V. unter der Leitung und Organisation von Michael Bock in die Hauptstadt von Weißrussland, die „Heldenstadt Minsk“ fuhr.

Die Delegation unseres Vereins für Völkerfreundschaft e.V. mit Michael Bock, Arif Beyreuther, Anna-Viktoria Tank, Mirko Schülski und Andrei Wilke besuchten das Museum des „Großen Vaterländischen Krieges“ in Minsk.

Der Zeitraum wurde bewusst über den Nationalfeiertag der Republik Weißrussland, den 3. Juli, gelegt.

Mit Sachspenden im Gebäck und über Wien kommend schwebten wir am 1. Juli 2017 mit Austria Airlines in Minsk ein. Die Abholung und Verbringung in das Hotel „Belarus“ lief reibungslos. Dann machten wir uns auch gleich auf und besuchten das Museum des „Großen Vaterländischen Krieges“. Arif erwartete dann noch den Besuch seiner Familie. Zusammen gingen wir dann die ausgezeichnete russische Küche genießen und fielen dann erschöpft ins Bett.

Am Sonntag, 2. Juli 2017 suchten wir Vater Igor, die Werkstätten und kirchlichen Einrichtungen des Zentrums für Bildung, Inklusion und Barmherzigkeit der Weißrussischen Exarchaten auf. In den Kirchenwerkstätten informierten und unterhielten wir uns über deren Arbeit. Im Namen unseres Vereins überreichten wir eine Spende in Höhe von 500 Euro für die Behindertenwerkstatt und einen großen Sack mit Sachspenden und Bekleidung. http://www.sobor.by/

Wir überreichten eine Spende in Höhe von 500 Euro an Vater Igor für die Werkstatt des Zentrums für Bildung, Inklusion und Barmherzigkeit der Weißrussischen Exarchaten.

Ein Blick in die neu entstehende Kirche rundete den Vormittag ab. Da es stark regnete beschlossen wir dann das „GUM“ von Minsk aufzusuchen und tätigten allerlei Einkäufe. 

Nationalfeiertag Weißrusslands

Der Nationalfeiertag Weißrusslands, 3. Juli 2017 und 73. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus begann um 10:00 Uhr Ortszeit mit einer Parade, wo wir gute Plätze auf der Tribüne hatten. Unser Platz war fast gegenüber vom Staatspräsidenten. In diesem Jahr wurde nicht nur Militärgerät und neuste Technik zum Schutze der Republik Weißrussland gezeigt.

Parade in Minsk zum 73. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus

Es wurden auch wirtschaftliche Erfolge gezeigt. So bestaunten wir die neusten Schwermaschinen, wie Traktoren, Mähdrescher und Großlastfahrzeuge. Aber auch Produkte für Lebensmittel und des täglichen Bedarf wurden auf Zugmaschinen vorgeführt.

 

 

Wir suchten dann die Stadt auf, besichtigten die Altstadt, das Afghanistan-Ehrenmal und vieles mehr. Gegen 16:00 Uhr stand der Besuch des berühmten Zirkus auf unserem Plan. Meine Bekannte Ala organisierte einige Plätze und wir konnten das neuste Programm bestaunen. Danach schauten wir uns den Palast der Republik an und stürzten uns ins Getümmel des Volksfestes. Wir aßen soviel Schaschlik, das wir nicht alles schaffen konnten. Am Abend genau um 22:55 Uhr wurde die Nationalhymne gespielt. Unsere Delegation staunte nicht schlecht, wie die Bevölkerung aufstand und die Hymne mitsang. Um 23:00 Uhr konnten wir uns über das Feuerwerk erfreuen.

Spenden an das Haus der Barmherzigkeit und Besichtigung des Parlaments

Am 04. Juli 2017 fuhren wir mit Hilfe von Peter Kalinin und Nikolai Gerasimenko zum „Haus der Barmherzigkeit“, hier übergaben wir wieder einige Sachspenden, Bekleidung und vieles mehr. Hier lernten wir die Parlamentsabgeordnete der Republik Weißrussland, Frau Liudmila KUBRAKOVA kennen. Sie nahm uns mit zum Parlament und wir hatten die Gelegenheit der Besichtigung des Parlamentsaales, des dortigen Museums und ihres Büros. Hier wurden wir wie überall mit Getränken und Gebäck versorgt. Der Unterzeichner erhielt einen offenen Brief im Rahmen und Frau KUBRAKOVA schenkte mir ihre parlamentarische Anstecknadel, die sie vom Präsidenten Alexander LUKASCHENKO überreicht bekam. Das war schon eine große Ehre. Auch ich konnte ihr eine Anstecknadel unseres Vereins und ein kleines Präsent überreichen.

Besichtigung des Parlamentsaales der Republik Weißrusslands mit der Abgeordneten, Frau Liudmila KUBRAKOVA und Auszeichnung für soziales, kulturelles und sportliches Engagement unseres Vereins.

Am Nachmittag traf ich noch Sportfreunde vom Karate-Verein „Everest“ und wir unterhielten uns zu neuen Sportstrategien und Veranstaltungen. Gegen Abend begaben wir uns zu einer Feierstunde wo einige Kosaken aus mehreren Ländern anwesend waren. Wir tauschten Geschenke und Erfahrungen aus, sangen und hielten Trinksprüche, womit wir unsere Freundschaft zu Russland und Weißrussland unterstrichen. Einige Mitglieder von uns wurden aus Dank mit einer Medaille geehrt.

Am 5. Juli 2017 war schon unserer Abreisetag, aber die große Kathedrale lang genau auf unserem Weg zum Flughafen, so war es ein „Muss“ dort Pause zu machen. Wie alle deutschen Mitreisenden die Jahre zuvor mit uns nach Minsk fuhren, bestaunten wir die Kathedrale und gingen auch in die alte Holzkathedrale. Nach einer guten halben Stunde fuhren wir dann zum Flughafen und flogen mit guten Eindrücken nach Berlin zurück. Nach langem Warten erhielten wir unsere Koffer und hätten am liebsten wieder kehrt gemacht.

Wir freuen uns schon auf unsere nächste Fahrt in die Heldenstadt Minsk.

Mit solidarischen Grüßen

Michael Bock

Besuch des Zentrums der geistlichen Bildung und des sozialen Dienstes in Weißrussland

Im Gedenken an die Opfer von Tschernobyl

Auf eine Einladung besuchten Mitglieder des Vereins für Völkerfreundschaft am 23. Februar 2017 das Zentrum für geistliche Bildung des sozialen Dienstes und der Werkstätte zur Inklusion für Menschen mit Behinderungen der Russisch- Orthodoxen Gemeinde in Weißrussland „Zur Ikone der Gottesmutter aller Betrübten Freude“ in Minsk.

Priester Igor Korostelev führte uns durch das Gemeindezentrum mit den Bildungswerkstätten und erläuterte die Aufgabenbereiche und Fortschritte in der Inklusion. Die Gemeinde freute sich über unsere gesammelte Spenden, die wir in Deutschland über unseren Verein bei verschiedenen Veranstaltungen gesammelten hatten.
Zentrum zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl

Wie begann es?

Es beteiligte sich eine Gruppe von christlichen Jugendlichen an einer großen Versöhnungsfahrt nach Minsk in Weißrussland. Anlass dazu war der 50. Jahrestag des Einmarschs der Deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion. In Minsk erkundigten sich die Jugendlichen aus Bielefeld immer wieder nach der Situation von Menschen mit Behinderungen in Weißrussland. Nach dem Zusammentreffen erhielt Priester Igor Korostelev den Auftrag, eine neue Gemeinde zu gründen. Es sollte ein diakonisches und kirchliches Zentrum zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl entstehen.

Der 5. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe wurde zum Gründungstag der Russisch- Orthodoxen Gemeinde „Zur Ikone der Gottesmutter aller Betrübten Freude“ im Stadtteil Frundiski, der für viele belarussische Familien aus den kontaminierten Gebieten zu einer neuen Heimat geworden war.

Von Anfang an bestand der Plan, dass in dem Zentrum auch eine Werkstatt für behinderte Menschen errichtet werden sollte. Dort, wo die Gemeinde von Jungen und Alten zusammenkommt, wo Christen Gottesdienste feiern und lernen, dort sollten auch behinderte Menschen einen Raum zum Leben und Arbeiten erhalten, einen Ort der Gemeinschaft erleben.

Es wurden regelmäßig behinderte Kinder und Jugendliche zum Spielen und zum gemeinsamen Lernen in die Gemeinde einladen. Als das Gemeindehaus fertiggestellt war, wurden eine Textilwerkstatt, eine Druckerei und eine Kerzenwerkstatt eingerichtet, die wir auch besichtigten und in der wir uns mit den Auszubildenden über ihre Arbeit unterhielten.

Die Gemeinde kann ein Modell dafür sein, was als Vision für eine humane Gesellschaft immer wieder neu zu beschreiben und zu realisieren ist: Behinderte Menschen sind mit ihren Gaben zu achten, sie können teilhaben an der gemeinsamen Arbeit, sie sind Teil der Gesellschaft. Die russisch-orthodoxe Kirchengemeinde im Stadtteil Frundiski betreibt mit ihrem sozial-diakonischen Engagement Pionierarbeit.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Werkstatt wird auch nach der Inbetriebnahme auf absehbare Zeit auf Unterstützung aus Deutschland angewiesen sein. Eine staatliche Bezuschussung ist nicht in Sicht und der Erlös aus dem Verkauf der Produkte deckt nur einen Bruchteil der laufenden Kosten.

Die Kosten für die Unterhaltung der Gebäude trägt die Minsker Gemeinde. Doch benötigt die Werkstatt auch weiterhin Arbeitsmaterialien, Ausstattungs- und Betriebsmittel wie Maschinen.

Dennoch benötigt die Werkstatt auch weiterhin Arbeitsmaterialien, Ausstattungs- und Betriebsmittel wie Maschinen.

Zur Sicherung der täglichen Versorgung der behinderten Beschäftigten mit einem warmen Mittagessen und der weiteren diakonische Arbeit der Gemeinde sind Geld-, Lebensmittel- und Sachspenden dringend nötig.

Die Werkstatt für behinderte Menschen und die sozial-diakonische Arbeit in den umgebenden Stadtteilen findet in der belarussischen Öffentlichkeit Beachtung.

Die vielen Besucher der Kirche und des Gemeindezentrums nehmen in ihrer Mitte Menschen mit Behinderungen wahr und lernen sich einander kennen.

Dieses Lernen zum selbstverständlichen Umgang mit Menschen, die anders sind, ist wertvoll.

Dieses Modell und das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung steht Pate nun auch in der Stadt Minsk, das wir gern unterstützen.

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