Besuch des Zentrums der geistlichen Bildung und des sozialen Dienstes in Weißrussland

Im Gedenken an die Opfer von Tschernobyl

Auf eine Einladung besuchten Mitglieder des Vereins für Völkerfreundschaft am 23. Februar 2017 das Zentrum für geistliche Bildung des sozialen Dienstes und der Werkstätte zur Inklusion für Menschen mit Behinderungen der Russisch- Orthodoxen Gemeinde in Weißrussland „Zur Ikone der Gottesmutter aller Betrübten Freude“ in Minsk.

Priester Igor Korostelev führte uns durch das Gemeindezentrum mit den Bildungswerkstätten und erläuterte die Aufgabenbereiche und Fortschritte in der Inklusion. Die Gemeinde freute sich über unsere gesammelte Spenden, die wir in Deutschland über unseren Verein bei verschiedenen Veranstaltungen gesammelten hatten.
Zentrum zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl

Wie begann es?

Es beteiligte sich eine Gruppe von christlichen Jugendlichen an einer großen Versöhnungsfahrt nach Minsk in Weißrussland. Anlass dazu war der 50. Jahrestag des Einmarschs der Deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion. In Minsk erkundigten sich die Jugendlichen aus Bielefeld immer wieder nach der Situation von Menschen mit Behinderungen in Weißrussland. Nach dem Zusammentreffen erhielt Priester Igor Korostelev den Auftrag, eine neue Gemeinde zu gründen. Es sollte ein diakonisches und kirchliches Zentrum zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl entstehen.

Der 5. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe wurde zum Gründungstag der Russisch- Orthodoxen Gemeinde „Zur Ikone der Gottesmutter aller Betrübten Freude“ im Stadtteil Frundiski, der für viele belarussische Familien aus den kontaminierten Gebieten zu einer neuen Heimat geworden war.

Von Anfang an bestand der Plan, dass in dem Zentrum auch eine Werkstatt für behinderte Menschen errichtet werden sollte. Dort, wo die Gemeinde von Jungen und Alten zusammenkommt, wo Christen Gottesdienste feiern und lernen, dort sollten auch behinderte Menschen einen Raum zum Leben und Arbeiten erhalten, einen Ort der Gemeinschaft erleben.

Es wurden regelmäßig behinderte Kinder und Jugendliche zum Spielen und zum gemeinsamen Lernen in die Gemeinde einladen. Als das Gemeindehaus fertiggestellt war, wurden eine Textilwerkstatt, eine Druckerei und eine Kerzenwerkstatt eingerichtet, die wir auch besichtigten und in der wir uns mit den Auszubildenden über ihre Arbeit unterhielten.

Die Gemeinde kann ein Modell dafür sein, was als Vision für eine humane Gesellschaft immer wieder neu zu beschreiben und zu realisieren ist: Behinderte Menschen sind mit ihren Gaben zu achten, sie können teilhaben an der gemeinsamen Arbeit, sie sind Teil der Gesellschaft. Die russisch-orthodoxe Kirchengemeinde im Stadtteil Frundiski betreibt mit ihrem sozial-diakonischen Engagement Pionierarbeit.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Werkstatt wird auch nach der Inbetriebnahme auf absehbare Zeit auf Unterstützung aus Deutschland angewiesen sein. Eine staatliche Bezuschussung ist nicht in Sicht und der Erlös aus dem Verkauf der Produkte deckt nur einen Bruchteil der laufenden Kosten.

Die Kosten für die Unterhaltung der Gebäude trägt die Minsker Gemeinde. Doch benötigt die Werkstatt auch weiterhin Arbeitsmaterialien, Ausstattungs- und Betriebsmittel wie Maschinen.

Dennoch benötigt die Werkstatt auch weiterhin Arbeitsmaterialien, Ausstattungs- und Betriebsmittel wie Maschinen.

Zur Sicherung der täglichen Versorgung der behinderten Beschäftigten mit einem warmen Mittagessen und der weiteren diakonische Arbeit der Gemeinde sind Geld-, Lebensmittel- und Sachspenden dringend nötig.

Die Werkstatt für behinderte Menschen und die sozial-diakonische Arbeit in den umgebenden Stadtteilen findet in der belarussischen Öffentlichkeit Beachtung.

Die vielen Besucher der Kirche und des Gemeindezentrums nehmen in ihrer Mitte Menschen mit Behinderungen wahr und lernen sich einander kennen.

Dieses Lernen zum selbstverständlichen Umgang mit Menschen, die anders sind, ist wertvoll.

Dieses Modell und das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung steht Pate nun auch in der Stadt Minsk, das wir gern unterstützen.

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