Völkerfreundschaft e.V.
Reiseberichte

Pilgerfahrt zur Mönchrepublik Athos 1

Reisebericht zur Pilgerfahrt nach Griechenland zur Mönchrepublik Athos, zum heiligen Berg Athos oder „der Garten Mutter Gottes“ vom 27.03.2013 – 30.03.2013

Ich war schon einige Male in Griechenland und immer wieder lernte ich neue Menschen, historische Kulturgüter und Heiligtümer der Antike und aber auch der christlichen Welt kennen.

Diese Pilgertour wurde vor einem Jahr durch griechische Freunde und mich vorbereitet und sollte gemeinsam mit zwei weiteren männlichen, griechischen Pilgerbrüder durchgeführt werden.

So holte mich mein Freund Dimitry der in Asprovalta mit seiner Frau ein Hotel betreibt in Thessaloniki, Flughafen Mazedonia ab und wir fuhren erst einmal in sein Hotel. Die Vorbereitungen liefen an, ein weiterer Freund ebenfalls Dimitry stieß mit Familie hinzu. Eine Blitzidee, wir fuhren zum Kloster der „heiligen Marina“, die Schutzpatronin der Gesundheit, dann ins Schwefelheilbad und zur Massage.

Dann am nächsten Morgen fuhren wir zu dritt, nur die Männer, denn Frauen dürfen nicht auf die Halbinsel, nach Ouranopolis und checkten dort ein. Hier musste man ein separates Visa einholen, welches bereits im Vorfeld bestellt werden musste. Mein Freund Dimi hatte zuvor also meine orthodoxe Taufurkunde und eine Kopie vom Reisepass erhalten. Geklappt, wir hatten unser Visa in der Hand, gut jetzt noch Fahrkarten für die Fähre, denn anders kann man nicht anlanden, denn die Mönchsrepublik ist durch eine große Mauer von der Außenwelt getrennt.

Mit nur leichten Gepäck und etwas Verpflegung stachen wir in See. Die Schifffahrt dauerte zirka 1,5 h und wir landeten in Dafni, von hier wurden die Pilger weiter mit kleinen Booten auf die Klöster verteilt. Wer nicht gut bei Fuß war konnte also kleine Boote ordern. Wir fuhren fast bis zum Ende der Halbinsel ( der dritte Finger oder Zack des Neptun ). Unser Ziel war Sveti St. Anna, ein kleines Kloster. Nun 1800 Stufen (keine EU-Normstufen) nach oben. Ich dachte ich muss sterben. Man hätte ich mir einen Lastesel genommen, aber Sportler schaffen diese Hürde schon. Wir waren schließlich fit und vorbereitet. Oben angekommen wurden wir belohnt für die Mühe. Ein Ouso Wasser und wenig Gebäck und eine tolle Aussicht und wir sind der Spitze des Berges Athos ( 2090 m ) ein wenig näher gekommen, zirka 400 m über Meeresspiegel. Wir suchten noch ein kleines Kloster zum „heiligen Eremiten Gerasimus“ auf. Dann zurück zur Hl. Anna, hier gingen wir in das Abendgebet und dann Abendbrot (Linsensuppe, Oliven, Brot und Wasser)  und ab ins Bett. Wir hatten ein 3 – Zimmerapartment, leider ohne Dusche und Bad. Natürlich gab es Toiletten, aber eben nicht wie zu Hause. Aber wenn man bedenkt, wir zahlten für das Visa und Unterkunft,also 3 – Nächte und Verpflegung nur 28,– €, dann ist das wohl schon in Ordnung. Also wie im Film „Der Name der Rose“ war es nicht, es war schon konfortabel, sind aber dennoch in eine andere Welt eingesickert.

Do., 28.03.Anno 2013, 06:00 Uhr wecken (Urlaub), die Mönche sind schon seit 03:00 Uhr im Morgengebet und werden 07:30 Uhr fertig sein.

Am Morgen, Tee oder Kaffee, Honig mit Brot, Oliven und weiter ging es. Unser Ziel an diesem Tage waren zwei Klöster, zirka 15 km Fußmarsch, aber bitteschön bergauf und bergab. Auf Grund der Fastenszeit haben sich die Gebetszeiten etwas verschoben. Wir wanderten wieder einige Stunden und kamen dann zum Kloster des Hl. Paulus.

Wieder mit der Ankunft Ousu, Wasser und etwas Süßes. Hier lernten wir wieder neue Pilger kennen. So konnte ich zwei griechische Polizeibeamte kennen lernen und mich über ihre Arbeit informieren.

Dann gingen wir in einen 3-stündigen Gottesdienst, es war schon hart, denn die Füße brannten vom Auf – und Abstieg und dann noch der Gottesdienst. Der Höhepunkt sollte aber am Ende kommen, sie holten doch tatsächlich heilige Reliquien hervor und ich durfte sogar Fotos machen. Die heiligen Sachen waren teilweise in Gold – und Silberschatullen eingelegt, es war das Kreuz welches der Hl. Paulus trug, ein Kreuz mit Splittern vom Kreuz Jesu, Stirnknochen des Hl. Pandelemus, des Hl. Diamianou und des Hl. Nektarius. Dann setzten wir unseren Weg fort. Ein Kilometerweiter Abstieg in Richtung Meer. Hier sahen wir jahrhundertealte Ruinen, dann weiter nach oben. Nach einigen Hügelketten   erlangten wir das Kloster Dionissos. Wir lagen super in der Zeit, denn 16:00 Uhr war Abendessen. Puhhhhhhhhh gerade noch geschafft. Dann wieder zum Gottesdienst, dann aber wurden wieder Knochen aufgetafelt. Hier der rechte Arm von Johannes dem Täufer, es war eben der Arm der Jesus von Nazareth taufte, dann Knochen des heiligen Georg und des Hl. Paraskevi. Wieder durfte ich Bilder machen, küsste die Reliquien und meine gekauften Kreuze und mein Kreuz berührten die Heiligtümer. Gegen 20:00 Uhr fiel ich tot ins Bett.

Mein Zimmer 2m x 2m bot wirklich nur Platz für mich allein und den angesetzten Gottesdienst von 01:00 Uhr – 03:00 Uhr ließ ich einfach mal ausfallen. Am nächsten Tag wieder 06:00 Uhr wecken und nach einem kurzen Frühstück wieder in die Berge, denn heute warteten drei Klöster auf unseren Besuch.

Wir schreiben Freitag, 29.03.Anno 2013, 08:45 Uhr Aufbruch. Schon gegen 10:00 Uhr Ankunft im Kloster zum Hl. Gregorius. Eine Stunde Aufenthalt, wir tranken Tee, ein wenig Gebäck und weiter zum Kloster Simonos Petras. Hier kamen wir exakt um 12:10 Uhr an, nach einem „ Gott sei Dank “ kurzen Gottesdienst wieder die Ausstellung der Reliquien. Wir sollten wir wirklich die linke Hand von Maria Magdalena und die rechte Hand der heiligen Barbara finden. Dann wieder Splitter vom Kreuz Jesu. Ich holte wieder meine mitgebrachten Kreuze vor und ließ sie durch einen Priester weihen.

Dann ging es weiter, nach Dafni, aber wieder mussten weiter. Nach einen wirklich harten Aufstieg unsere Endstation des heutigen Tages. Wir kamen um 15:06 Uhr im Kloster Xiropotamos an. Unglaublich schön, nach dem Empfang mit Wasser, Ouso und Süßwaren bezogen wir unsere Zimmer. Wir hatten wieder ein Dreibettzimmer, es war warm und wir hatten kuschlige Decken. Wir duschten und waren fit für den Gottesdienst. Dann bekamen wir eine extra Runde zur Entstehung des Klosters und über ihre Heiligtümer. Auch hier befanden sich wieder beeindruckende Reste alter vergangenen Zeiten. Eine Geschichte fassinierte mich besonders und ich möchte die in Bildern dargestellte Geschichte kurz beschreiben. Sie handelt von 40 römischen Soldaten. Es spielte sich in der Nähe vom schwarzen Meer 320 nach C. ab.

40 Soldaten bekannten sich zum christlichen Glauben und sollten daher ein Martyrium durchmachen. Der Befehlshaber sagte, sie müssen sterben und setzte sie nackt auf einen zugefrorenen See. Baute aber zeitgleich eine Sauna nebenan auf. Ein Soldat wurde schwach, ging in die Sauna und fiel tot um. Einer der Wächter der sah aber 40 Heiligenscheine am Himmel und sah, dass einer davon sein Heiligenschein sein musste. Daraufhin legte er die Waffen ab und setzte sich mit zu den 39 hinzu. Somit waren es wieder 40. Da sie nicht starben, ließ man ihnen Arme und Beine abhacken, eine Mutter eines der Soldaten kam vorbei und wollte ihren Sohn retten, aber es half nichts. Da sie immer noch am Glauben festhielten verbrannte man sie und die Reste der 40 Soldaten befinden sich nunmehr in diesem Kloster. Dann befindet sich dort noch eines der größten Stücke des heiligen Kreuzes, ein Stück mit Nageleinschlag. Es wurde durch die Hl Helena und Hl Constantin zu diesem Ort gebracht.

Dann gingen wir in unser Zimmer, denn am nächsten Tag sollten wir unsere Rückreise antreten.

Samstag, 30.03.2013, nach einen kurzen Frühstück wieder der Abstieg. Die Beine sind schwer, auf nach Dafni, hier wird uns eine Fähre nach Ouranopolis zurückbringen. Ich lernte in Dafni noch drei ukrainische Priester kennen, sie kamen aus Dneprpetrovsk. Einer von ihnen ist Oberst der Saporoger Kosaken.

Dann die Überfahrt mit der Fähre, wir ließen noch weitere Klöster hinter uns, wie das große russische Kloster, serbische Kloster und weitere, die es beim nächsten Mal zu besichtigen gilt. Schon auf der Heimreise planten wir unseren nächsten Pilgertrip, es wird bestimmt wieder spannend.

Am Abend könnten wir uns nochmals ein Schwefelbad und eine Massage in Appolonia.

Dann am nächsten Tag flog ich nach Hause und bekam schon im Flugzeug Heimweh zum heiligen Berg Athos – Zum Garten Mutter Gottes. Nun wusste ich, warum man die Mönchrepublik danach benannte.

Wer Lust hat, kommt einfach nächstes Mal mit!

Michael Bock

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